Philipp Ruch I Es ist 5 vor 1933 I Vortrag und Diskussion

Philipp Ruch, Philosoph und Aktionskünstler. 1981 in Dresden geboren, Gründer des Zentrums für Politische Schönheit und radikaler Humanist. Ruch gehört zur Generation der Regisseure, die nach Schlingensief das Theater als künstlerische Form und nicht als Anstalt betrachten. Ruch studierte politische Ideengeschichte und promovierte in antiker Gewaltgeschichte (»Ehre und Rache. Eine Gefühlsgeschichte des antiken Rechts«). 2024 erschien sein Bestseller „Es ist 5 vor 1933“ – der „Weckruf der Stunde“ (Süddeutsche Zeitung).

Ruch warnt seit Langem vor den verheerenden Folgen der Toleranz gegenüber der AfD, etwa in Schluss mit der Geduld, in dem er ein Ende des innenpolitischen Appeasements (»Mit Rechten reden«) gegenüber dem politischen Rechtsextremismus fordert. 2015 erschien Wenn nicht wir, wer dann?, das die Dominanz naturwissenschaftlicher Deutungen des Menschen kritisiert und eine Reihe »toxischer Ideen« skizziert, die die humane Selbstdeutung verunmöglichen.

Seine Arbeiten explorieren an der Grenzlinie zwischen der Macht der Fiktion und der Macht der Geschichte. Die Verarbeitung der Schockerfahrung westlicher Handlungsunfähigkeit bei Genozid durchzieht sein gesamtes Werk (von Srebrenica bis Auschwitz). Zahlreiche Inszenierungen: GORKI Theater, Münchner Kammerspiele, Theater Neumarkt, Wienwoche, Berlin Biennale, Schauspiel Dortmund, Steirischer Herbst, NGBK.

Bildernachweis: Gene Glover

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